Francois Mitjavile: Winzer des Jahres 2013

Der Feinschmecker Wine Awards 2013: Winzer des Jahres 2013

Die Entscheidung über den Preisträger 2013 wurde am 23. März 2013 auf 'Schloss Bensberg' bekannt gegeben. François Mitjavile, St-Émilion, Frankreich, erhält den WINE AWARD 2013 als Winzer des Jahres.


Wie manch anderer begabter Weinmacher kommt auch François Mitjavile auf Umwegen zum Wein. In den 60er-Jahren arbeitet Mitjavile im Transportunternehmen seiner Familie, wo ihn die eintönigen Tätigkeiten nicht erfüllen. Doch selbst als seine damalige Lebensgefährtin und spätere Ehefrau Château Tertre-Roteboeuf in Saint-Émilion erbt, bleibt Mitjavile den Reben zunächst fern. Erst in den 70er-Jahren entscheidet sich das Ehepaar, den verpachteten Besitz selbst zu bewirtschaften. Mitjavile, ohne jede weinbauliche Ausbildung, klopft an die Tür von einem der angesehensten Weingutsbesitzer in Saint-Émilion und findet Aufnahme.


Kein Geringerer als Thierry Manoncourt von Château Figeac, der 2007 den WINE AWARD für sein Lebenswerk erhielt, weist Mitjavile in die Geheimnisse des Weinmachens ein. 1977 schließlich beginnt Mitjaviles Winzerkarriere. Auf Tertre-Roteboeuf erzeugt Mitjavile seither einen der mächtigsten und zugleich finessereichsten Saint-Émilions. Einen Wein, auf den sich fast alle Kritiker einigen können: sowohl diejenigen, denen die Kraft als wichtigstes Merkmal gilt, als auch diejenigen, die der Eleganz den Vorzug geben.


Seit 1987 gehört Mitjavile überdies der Besitz Roc de Cambes, ebenfalls an Bordeaux' rechtem Ufer in den Côtes de Bourg. Wenngleich sich Mitjavile auch mit diesem Wein an die Spitze der Appellation setzen kann, bleibt der Winzer bescheiden. Bordeaux-Kennern gilt Mitjavile als feinsinniger Intellektueller. Aus den Querelen um die Neu-Klassifizierung SaintÉmilions hielt er sich heraus: Tertre Rôteboeuf wäre mit seiner privilegierten Lage halb am Hang, halb auf dem Kalkplateau und mit seinen bestechenden Weinen zweifellos ein Kandidat für den Rang eines Premier Cru classé.


Doch Mitjavile hat sich niemals um eine Klassifikation beworben. Wer den Winzer einmal in seinem Gutshaus oberhalb des Weinbergs besucht hat, wer ihn beim angeregten Gespräch in seiner reich bestückten Bibliothek oder bei einer Verkostung in den kleinen, verwinkelten Kellern erlebt hat, versteht, dass es diesem Mann um anderes geht als um prestigereiche Etiketten.


Text: www.wineawards.info

http://www.wineawards.info/de/wineawards/archiv/?year=2013

Foto: Markus Bassler und Anja Jahn

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