Beschreibung
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Bassano del Grappa liegt am Fuß des Monte Grappa, an der Mündung des Brenta-Flusstales. Während des Ersten Weltkrieges war der Berg Schauplatz großer, heroischer Schlachten und wurde deshalb auch "heiliger Berg" genannt. Der amerikanische Major William R. Hereford schrieb in den 1920er-Jahren: Der Monte Grappa ist für Italien was Gibraltar für Großbritannien ist." Zur Unterstützung der "IV Grappa"- Armeekorps errichtete 1918 das Amerikanische Rote Kreuz (ARC) seine erste Station in Ca Erizzo, Bassano del Grappa, nur wenige hundert Meter entfernt von der berühmten Holzbrücke, die im 15. Jahrhundert der Architekt Palladio entworfen hatte und die heute als "Ponte degli Alpini bekannt ist.

 

Unter den Ambulanzfahrern des ARC war John Dos Passos, der während seines Aufenthalts die "Bassano Diaries and Notebooks schrieb. Auch ein anderer berühmter Schriftsteller verfasste einige Jahre später einen Roman, der deutlich von der Umgebung und seiner intensiven persönlichen Erfahrung an diesem Ort inspiriert war: Ernest Hemingway. Sein Roman "A Farewell To Arms wurde ein Meisterwerk. Wer weiß welcher "Geist" diese jungen Schriftsteller während ihres Aufenthaltes in Bassano del Grappa beflügelt hatte... Hemingway, der im Artilleriefeuer schwer verwundet und zum Leutnant befördert wurde bevor er 1919 mit der silbernen Tapferkeitsmedaille und 227 Narben nach Hause zurückkehrte, stellt in seinen "Bassanese Short Stories" die geradezu existenzielle Frage: "Its Grappa! Have you ever tasted it?"

 

Die Leidenschaft für den Grappa brennt seit Generationen in den Herzen der Polis. Schon 1898 hatte Urgroßvater GioBatta Poli, heimlich einen kleinen Destillierapparat gebaut, diesen auf einen Handkarren montiert, und war damit von Haus zu Haus gezogen, um Trester zu brennen. Großvater Giovanni nahm das geistige Erbe auf, verwendete allerdings für seinen Brennapparat die umgebaute Dampfmaschine einer Lokomotive. Vater Toni orientiert sich wieder an GioBatta und konstruierte 1956 die zweite Poli- Brennanlage aus vier Kupferkesseln, der schließlich sein Sohn Jacopo 1983 eine dritte hinzufügte.

 

Heute sind in der Poli Distillerie fünf diskontinuierliche Brennanlagen in Betrieb: drei aus je vier Kupferbrennkesseln für Wasserdampf (von GioBatta, Toni und Jacopo) sowie zwei Anlagen mit Wasserbad-Brennkesseln, von denen die eine unter Druck, die andere im Vakuum destilliert. Doch neben einer exzellenten Technik müssen natürlich auch die Rohstoffe von erster Qualität sein! Deshalb wird der Trester (Kerne und Beerenhäute der Trauben) möglichst noch tropffrisch, direkt aus den Pressen der umliegenden Kellereien in die Poli Distillerie gebracht und hier, um seine aromatische Qualität nun auch im Poli-Destillat einzufangen, ausschließlich nach dem aufwendigen, traditionellen, diskontinuierlichen Verfahren gebrannt.

 

Schneller ginge es nach dem (heute überwiegend angewandten) deutlich schnelleren kontinuierlichen Verfahren, bei dem der Zeitgewinn allerdings klar auf Kosten der Qualität geht. Für die Familie Poli macht diese industrielle Methode wenig Sinn: Früher trank man Grappa, um sich zu wärmen, heute gibt es die Zentralheizung. Ein Grappa ohne praktischen Nutzen muss also erstklassig, eben für den puren Genuss geschaffen sein. In Polis Grappa Museum in Bassano del Grappa findet man ausführliche Informationen zur Geschichte des Grappa und seiner Herstellung. Obwohl dies, laut Jacopo, im Grunde ganz einfach ist: Man braucht nur frischen Trester und hundert Jahre Erfahrung. Gemeinsam mit seinen Geschwistern Giampaolo, Barbara und Andrea führt Jacopo Poli heute die Tradition seiner Ahnen fort, um Liebhabern rund um den Globus zu vermitteln, wie viel Genuss, aber auch Mühe, Ausdauer und Herzblut in einer ehrlich gemachten Flasche Grappa steckt. Die Brände der Familie Poli genießen weit über Italien hinaus höchste Anerkennung und sind aus der internationalen Spitzengastronomie kaum noch wegzudenken!